Wir machten die Nacht zum Tag und den Tag zur Nacht. Wir waren jung, frei und ungebändigt. Wir waren furchtlos und wild. Stürzten uns von einem Abenteuer ins nächste und hatten sie lustigsten Erlebnisse. Jahrelang waren wir eine Person. L. und ich. Meine erste richtige beste Freundin seit der 1. Klasse. Nichts und niemand konnte uns aufhalten. Denn die Freiheit war nicht nur unser Privileg. Es war unsere Art zu leben.

Damals in der 1. Klasse, war es ein grauer unscheinbarer Stift, der unsere Liebe entfacht hat. Fast 1 Jahrzehnt haben wir geteilt. Uns unter der Bettdecke Geheimnisse erzählt. Gelacht bis wir Bauchschmerzen hatten. Haben das Leben in einer Tour gefeiert. Haben gemeinsam unter einer Brücke unsere ersten Zigaretten geraucht. Haben zusammen Jungs bewundert und zusammen den ersten Herzschmerz überstanden. Wir haben zusammen unsere Ängste überwunden und sind über uns hinausgewachsen.

Dann irgendwann verlief alles im Sand. Unausgesprochen, mit einem stillschweigenden Einverständnis. Wir haben nie geweint darum. Ja ich denke sogar, dass wir beide nur Gutes über einander sagen können, bis heute.

Dieses kleine aber feine „was wäre gewesen wenn,..“ Gefühl überkommt mich manchmal ganz kurz. Aber das ist vollkommen in Ordnung so. Heute sind wir erwachsene junge Frauen, stehen mit beiden Beinen fest im Leben. Haben unsere Traumberufe verwirklicht.

Unsere Zeit war so wichtig. So ehrlich und gleichzeitig so unschuldig. Wie eine Pusteblume, die heranwachsen und reifen musste, bis der Wind die kleinen Schirmchen wegträgt und in die Welt hinausstreut. Da stehen wir nun, verstreut und glücklich. Sowohl du, als auch ich.

Wir machten die Nacht zum Tag. Solange bis der Tag wirklich unserer echter Tag wurde. Dann machen wir uns auf, in verschiedene Richtungen. Die Weggabelung war einfach zu verführerisch.

Ich bin stolz auf uns L.