Oft denke ich an Vergangenes oder an die Zukunft. Das richtige Hier und Jetzt und das ganze Carpe Diem ist eh voll super, aber wer macht das wirklich? Yoga Gurus und Mentaltrainer vielleicht, aber auch die nicht wirklich vierundzwanzig Stunden am Tag. Ich bin selbst Mentaltrainer und kann also Zweiteres bestätigen.

Oft ist es auch so, dass ich zwar den Moment lebe, aber in der nächsten zwanzigstel Sekunde, denke ich an etwas anderes. Oder werde an etwas erinnert, wie bestimmte Menschen oder Erlebnisse. Und oft auch denke ich über Veränderungen nach. Darüber, wie sehr ich mich verändert habe die letzten Monate und sogar Jahre. Irgendwann habe ich mal gelesen „Veränderung ist die Konstante des Lebens“ und dieser Satz hat mich nie ganz losgelassen. Heißt es denn, dass wir unweigerlich und auf Ewig eine Veränderung in unseren Leben erwarten dürfen? Und ist manches, dass sich nicht ändert dann auch nicht „in Ordnung“?

Als Beispiel nehme ich jetzt mal meine Beziehung. Sowohl er als auch ich haben uns verändert, weiterentwickelt, sind erwachsener geworden, jedoch hat sich das was wir zusammen haben, niemals verändert. Ist das jetzt etwas Gutes oder etwas Schlechtes? Oder Freundschaften, die seit Jahrzehnten bestehen, haben sich zum Teil bei mir auch nicht geändert. Wenn Veränderung doch nun die Konstante des Lebens sei, wie kann es sein, dass sich bestimmte Konstanten dann einfach nicht verändern?

Und wie um alles in der Welt soll Unbeständigkeit denn die Beständigkeit des Lebens sein? Und warum halten so viele von uns an Dingen fest, die sich schon längst verändert haben?

Manchmal fühlt sich Vergangenes für mich so an, als wäre das alles nicht passiert. Als wäre alles, was ich erleben durfte, alle Reisen die ich machen durfte und alles was ich fühlen durfte, einfach nur ein Traum gewesen. Wie ein Film einfach, den man sich einmal angeschaut hat und der dann im Regal oder in irgendeiner Ecke landet. Macht Carpe Diem also demnach genau hierfür Sinn?

Alles Liebe,
Diana