Ich möchte hier so viel wie möglich, fast täglich reinschreiben. Meine Gedanken teilen und den Kopf frei bekommen dadurch. Schauen wir ob es überhaupt klappt.

Heute ist es soweit. Klassisch an einem Montag – wir haben den 16. März 2020 – und doch ist irgendwie anders. Ich schaue aus dem Fenster und die sonst so belebte und volle Hauptstraße, die sich direkt unter meiner Wohnung befindet, ist leer. Nix, nada, niente. In meinem Kopf herrscht absolute Apokalypse. Horrorvorstellungen. Es fühlt sich an wie der Film „Zombieland“ und wiedermal keine Twinkies weit und breit in der Nähe.

Es geht hier um, ihr habt es vielleicht schon erraten, etwas das wie ein Bier heißt, das ich normal gerne trinke: CORONA oder COVID-19 oder SARS-Cov-2. Wie auch immer man es nennen möchte. Bis vorgestern dachte ich noch „Ach, das wird nicht so schlimm. Das wird bald alles wieder“ und jetzt je länger dieses Thema in den Nachrichten kursiert und je mehr ich darüber lese, desto mehr Angst macht es mir. Angst habe ich davor, meine Liebsten, vor allem die ältere Generation, nicht mehr wieder zu sehen. Angst, dass nichts mehr normal sein wird. Angst davor, dass das Leben wirklich wird wie „Zombieland“.

Eine Freundin ruft mich an, L. ihr Name, sie fragt mich ob ich glaube, dass das schnell wieder vorbeigeht. Meine Hände schwitzen, mein Herz klopft und ich sage „Ja klar. Mach dir keinen Kopf.“ – nicht weil ich sie anlügen wollte, sondern einfach weil dies wirklich meine große Hoffnung ist. L. und ich telefonieren jeden Tag. Das macht das ganze noch weniger real für mich, weil wir davor auch so viel telefoniert haben.

Gestern waren die Park und Cafés noch überfüllt. Heute ist alles geschlossen oder leer. Tote Hose in meinem sonst sehr lebhaften und chaotischen Bezirk. Fragen in meinem Kopf: Habe ich mich angesteckt? Woran merke ich das? Wie lange wird das weiter gehen? Wieviele werden krank und wieviele bleiben gesund?

Tag 1 der Quarantäne verbringe ich vor dem Laptop.